5 hilfreiche Wege aus der kreativen Blockade

Raus aus kreativen Blockaden

15.08.2022 | von Chabi |

Erst hatte ich keine Zeit.

Und dann passierte das, vor dem sich viele Kreative fürchten.

Ein Blackout! Nix ging mehr.

Ich hatte keine Ideen, keine Motivation und null Fokus. Was für ein Horrorszenario, welches einige Monate anhielt!

Doch wie entsteht solch eine kreative Blockade und welche Wege gibt es heraus? In diesem Artikel zeige ich dir, wie ich dort hineingeschlittert bin und welche Schritte mir geholfen haben aus diesem Sumpf herauszukommen.

Wie ist meine kreative Blockade entstanden?

Wir schreiben Dezember 2021…

Eine Zeit lang bekam ich diverse Aufträge für Portraits, Bildbearbeitung, Videoschnitt, Texte schreiben usw. Es war eine Menge zu tun und alles brauchte meine 100% Aufmerksamkeit. Jeder Auftrag sollte gut abgeschlossen werden. Das hatte oberste Priorität.

In jener Zeit absolvierte ich zudem einen sechsmonatigen 3D Kurs in der Software 3ds Max an der OfG.

Wie du siehst, es gab keinen Platz für eigene Projekte und das war für eine gewisse Zeit auch völlig in Ordnung. Ich war mega dankbar für die Kundenerfahrungen und für die Chance 3D zu lernen.

Wir schreiben April 2022…

Alle Aufträge sowie der Kurs waren abgeschlossen. Jetzt sollte die lang gewünschte Ruhephase beginnen. Jedoch brachte jene Pause „zu viel Ruhe“ mit sich. Ich fiel in ein Loch und während ich mich im freien Fall befand, stiegen essentielle Fragen in mir auf:

  • „Du hast gerade keine Aufträge!“
  • „Wovon willst du leben?“
  • „Was ist, wenn jetzt erstmal nix kommt?“

Super oder?

Nach bereits einer Woche spürte ich Leistungsdruck und existentielle Ängste. Jene kollidierten mit dem Wunsch nach einer Pause und so sehr ich mich um innere Ausgeglichenheit bemühte, es wollte in mir nicht still werden. Dieser Konflikt hatte zur Folge, dass ich mich mega unkreativ fühlte und kaum Motivation für ein neues Bild fand, geschweige denn eine neue Technik ausprobierte. Das Thema wurde eine Zeitlang Tabu.

Druck und ein innerer Konflikt können einen soooo unfassbar ausbremsen, verurteilen und einem zudem keine Ruhe gönnen. Es  entstand meine perfekte Blockade. :)

Wem von euch erging oder ergeht es ähnlich?

Es gibt noch mehrere Gründe, weshalb eine kreative Blockade entstehen kann.

Weitere Ursachen für kreative Blockaden

  • Eine bestimmte und übergroße Menge an kreativer Arbeit muss konstant abgeliefert werden.
  • Überdauernde, schlechte Bewertungen zu den eigenen Arbeiten (z.B. auf Social Media oder bei Ausstellungen).
  • Der Eindruck, dass man nie besser wird.
  • Geldsorgen im Nacken oder andere Nöte (Krankheiten, Beziehungsprobleme, etc.), welche enorm viel Kraft und Fokus kosten.
  • Direkter oder indirekter Druck von Außen, dass z.B. kreative Arbeit Zeitverschwendung ist.

Falls du dich gerade von einer kreativen Blockade malträtiert fühlst, findest du dich in einer dieser Beispiele wieder?

Zu viel Druck, bei gleichzeitig mangelndem Ausgleich, lässt jeden von uns irgendwann ausbrennen. Die Gefahr ist, dass unser Kopf und unsere Psyche irgendwann das kreative Tun als etwas Stressiges oder Frustrierendes erleben.

Lass es niemals so weit kommen!

Es ist für unsere Psyche scheinbar sinnvoll, wenn sie diesen Frust vermeiden möchte. Gerade auch dann, wenn du deiner Psyche keine gute Lösungsstrategie anbietest (pssst….mögliche Lösungswege findest du weiter unten im Artikel).

Was ist die Ursache deines Problems? Wenn du das weißt, können wir gezielter nach einer Lösung schauen.

Ursachen-kreativer-Blockaden-finden

Deshalb sei für einen Moment achtsam und lausche. Sei ehrlich zu dir! Dieser Schritt ist nicht einfach, jedoch hilft er dir etwas Abstand von Allem zu nehmen. Stelle dir dabei folgende Fragen:

  • Was hat dich in die Blockade geführt?
  • Seit wann befindest du dich in dieser Situation und wie oft ist dir dies bereits passiert?
  • Wie konnte es so weit kommen? Gab es zu viel oder vielleicht auch zu wenig Druck?
  • Gibt es weitere Probleme, welche mit dieser kreativen Blockade involviert sind und ebenfalls gelöst werden sollten?
    • z.B. Probleme mit Finanzen, Beziehungen, Streitigkeiten, Zeitnot oder mangelndes Selbstwertgefühl
  • Brauchst du vielleicht derzeit einfach eine komplette Auszeit vom kreativen Schaffen?
  • Was hatte dir am kreativen Gestalten stets am besten Gefallen? Wo wolltest du dich hin entwickeln?

Je nachdem, welche Frage(n) du mit Ja beantwortest, können dir unterschiedliche Schritte helfen. Dieser erste Schritt mit der Beantwortung der Fragen ist jedoch für jeden essentiell. Schreibe am besten deine Gedanken auf!

Wichtige Anmerkung: Wenn du den Eindruck hast, dass deine kreative Blockade zu stark ist oder wenn du (gravierende) Probleme/Krankheiten als beteiligte Ursache erkannt hast, dann sprich bitte unbedingt mit deinem Hausarzt und/oder einer vertrauten Person. Schwere Wege sollten wir nicht alleine gehen!

Wege aus der kreativen Blockade

Folgende Schritte habe ich selbst angewendet und was kann ich dir sagen….

Diese haben mir sehr gut geholfen. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich wieder mit meiner Kreativität verbunden bin und diese wieder vermehrt ausleben kann, ohne daran auszubrennen.

Schritt 1 – Akzeptiere den Status Quo

Es ist okay!

Bevor du dich vielleicht weiter hetzt, deinen Selbstwert dezimierst und dem Druck noch mehr Futter bietest, versuche erstmal innezuhalten.

Wenn eine Blockade da ist, ist sie da.

Vielleicht konntest du durch die Beantwortung der oberen Fragen etwas besser verstehen, wie es so weit kommen konnte. Alles hat seine Ursache und bietet automatisch eine Lösung. Das ist das Gute daran!

Den Ist-Zustand zu akzeptieren, kann eine Menge Druck und Emotionen herausnehmen.

NIMM dir kurz Zeit! Atme tief ein und aus!

Weg 2 – Wenn dir die Inspiration und die Ideen fehlen

Jedes Bild, jede Begegnung, jeder Moment bietet dir die Chance eine kreative Idee und Motivation zu entwickeln. Stell dir vor, du findest einen einzelnen Funken (eine kreative Idee) und jener entfacht dein inneres Feuer und lässt deine Blockade lichterloh brennen. Wie toll wäre das?

Wenn du nach diesem Funken suchst, dann nimm dir einmal den Raum und sieh dich um. Wir sind überall von potentiellen Funken umgeben. In Kunstbüchern, auf Pinterest, YouTube, in Filmen, in meiner Galerie (*hust),  in der Natur oder im simplen Alltag.

So kann es passieren:

Du siehst eine Szenerie oder ein Bild vor dir und spürst, wie du davon berührt wirst. Viele von uns haben so etwas bereits erlebt. Warum sollte es nicht wieder passieren?

Ich z.B. stehe unfassbar auf besondere Lichtstimmungen. Wenn ich nun Bilder mit grandiosen Sonnenuntergängen sehe oder ein Videospiel mit einer atemberaubenden Lichtkulisse spiele, kann in mir der Wunsch entstehen, genau diese Empfindung kreativ festhalten zu wollen.

Warum?

Jene Szenen berühren mich tief im Inneren, lassen mich träumen und mich leichter fühlen. Diese beseelte Leichtigkeit eröffnet mir den Raum kreativ sein zu können.

Deshalb…

Was berührt dich zutiefst, was zieht deinen Blick magisch an? Sind es Farben, besondere Formen, eine Komposition oder wie bei mir, eine außergewöhnliche Lichtstimmung?

Was kann dein Funken sein?

Weg 3 – Umgang mit Komplexität und Überforderung

Bist du mit Ideen oder Anforderungen konfrontiert, welche gigantische Dimensionen annehmen und dich fix überfordern? Wenn ja empfehle ich dir dich einmal mit folgenden Optionen auseinanderzusetzen:

  1. Reduziere die Komplexität – Statt eines kompletten Bildes mit allerlei Komponenten und Details kannst du dich zunächst nur auf den Hintergrund konzentrieren, die Farbwahl, die Lichtstimmung oder nur dem Hauptmotiv.
  2. Prioritäten setzen – Du hast zu viele Ideen im Kopf und weißt nicht, wo du beginnen sollst? Vielleicht wirst du auch gerade überschwemmt von zu vielen Aufträgen? Wenn ja, dann brich deinen Ideen/Aufgaben in Kategorien runter. Was davon hat eine hohe, mittlere oder niedrige Priorität? Welches benötigt viel oder wenig Zeit? Um solche Prioritäten einfacher zu setzen, nutze ich gerne die Funktion von Airtable (siehe Bild).
Airtable, um sich selbst zu organisieren

Airtable, als Möglichkeit sich zu organisieren

Weg 4 – Auszeit und andere Bereiche entdecken

Manchmal sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dann braucht es vor allem eines: Abstand! Solltest du an diesem Punkt sein, dann kann eine gewisse Auszeit nützlich sein. Nach so einer Art „Urlaub“ stellt sich bei einigen automatisch die Freude und die Lust am kreativen Tun wieder auf. Gerade wenn du dich etwas übersättigt oder ausgebrannt fühlst.

Falls du jedoch weiterhin den starken Wunsch verspürst kreativ sein zu wollen, jedoch das Malen/Zeichnen nicht geht, dann probiere doch einmal einen artverwandten Bereich aus, z.B. Basteln, Backen, ein Gedicht schreiben, Kochen, Musizieren oder Tanzen. Auf diese Weise kann sich deine kreative Ader ausleben oder sogar neu belebt werden. Auch hier könnte ein Funken versteckt sein!

Weg 5 – Die Suche nach Gleichgesinnten

Kreatives Schaffen ist für einige von uns ein recht einsamer Weg. Viele agieren weder in einem Team, noch gibt es die Möglichkeit sich regelmäßig mit Gleichgesinnte zu treffen. Gerade in der Phase von Covid-19 hat mir der enge Anschluss gefehlt, weshalb ich meinen kreativen Weg primär alleine ging. Das hatte zur Folge, dass ich mich oftmals uninspiriert und unverbunden fühlte. Auch dies kann eine Blockade auslösen oder aufrechterhalten.

Deshalb ist es mir ein wichtiges Anliegen geworden kreative Menschen zu finden und mich mit ihnen auszutauschen (vor Ort sowie Online). Wenn dir dieser Punkt ebenfalls wichtig ist und du mehr Anschluss suchst, habe ich folgende Tipps für dich:

  • Vor Ort: Hast du bereits einmal nach Stammtischen gesucht, warst bei einem Zeichenkurs, in einem Kunstladen oder hast dich mit einem Zeichenblock ins Café gesetzt (die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man darauf angesprochen wird)?
  • Online: Kennst du bereits die monatlichen Kunstherausforderungen, besuchst du Kunstforen oder nutzt du Social Media? Natürlich ist dies kaum ein Ersatz für einen Kontakt vor Ort. Jedoch können solche Kontakte ein guter Anfang sein. Du erhälst oftmals schnelles Feedback, viel InspirJedoch hilft es oftmals den Personen, welche kaum Kontaktmöglichkeiten in der Nähe oder welche während Covid-19 zunehmend Ängste entwickelt haben. Begegnungen mit Kreativen im Web können helfen Ängste abzubauen, schnelles Feedback zu bekommen oder auch sich mit einer großen Community zu vernetzen.

Wie mit allem im Leben ist das rechte Maß entscheidend. Deshalb lohnt sich eine gesunde Kombi aus Kontakten „vor Ort sowie „Online.

Zusammen-malen-und-kreativ-sein

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